Politisches System Zemdûs

Das Politische System von Zemdû, ist die staatliche und administrative Ordnung der Nation Zemdû. Es handelt sich um eine Mischform aus föderaler Räterepublik und Theokratie, die auf dem Prinzip der Parität zwischen weltlicher Verwaltung und geistlicher Führung beruht und unter dem namen Symbathokratie bekannt ist.

Das System zeichnet sich durch eine strikte Gewaltenteilung aus, die jedoch in einem einzigen Entscheidungsgremium, der Großen Synode, zusammenläuft. Sitz der Regierung und des Staatsoberhauptes ist die Hauptstadt Yurutron.

Staatsphilosophie

Die Verfassung beruht auf der Annahme, dass die „Tiefe“ (die spirituelle Gottheit des Landes) den ethischen und moralischen Rahmen vorgibt, innerhalb dessen das Volk seine weltlichen Geschicke selbst lenkt. Die Tiefe greift nicht in das Mikromanagement der Politik ein, definiert aber die Grenzen des Erlaubten.

Staatsoberhaupt

Das Staatsoberhaupt von Zemdû ist der Próto. Er ist de facto der höchste Repräsentant des Staates, de jure ist jedoch die „Tiefe“ das Staatsoberhaupt Zemdûs, der Próto gilt nur als Repräsentant.

Der Próto repräsentiert Zemdû nach außen und fungiert im Inneren als „Hüter der Balance“. Er besitzt keine direkte gesetzgebende Gewalt, hat aber bei Pattsituationen in der Großen Synode die entscheidende 21. Stimme.

Das Amt des Próto wird durch ein zweistufiges Verfahren besetzt, um Elitarismus zu verhindern:

  1. Der Orden der Suchenden nominiert einen Kandidaten aufgrund spiritueller Eignung.
  2. Die Versammlung der Kleinen Synoden muss diesen Kandidaten mit einfacher Mehrheit bestätigen.
Diagramm der Zusammenhänge in der Symbathokratie Zemdûs.

Legislative und Regierung

Das zentrale Machtorgan ist die Große Synode mit Sitz in Yurutron. Sie fungiert gleichzeitig als gesetzgebendes Parlament und oberstes Regierungsgremium. Die Synode besteht aus 20 Mitgliedern und ist streng paritätisch besetzt:

  • 10 Geistliche Vertreter: Diese werden vom Rat der vier Wege entsandt.
  • 10 Weltliche Vertreter: Diese werden von den Vorständen der Gemeinden und Städte gewählt. Die Stimmenanteile richten sich nach der Bevölkerungszahl der entsendenden Orte.

Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Kommt es zu einem 10:10-Patt, entscheidet der Próto.

Der Hof der Stille

Eine Besonderheit ist der Informationsfluss. Die Hörenden kommunizieren über eine Außenstelle in Yurutron, den Hof der Stille. In einem speziellen Raum, der Schwelle, werden Botschaften der Tiefe direkt an die Synode übermittelt, ohne Zwischenhändler.

Exektive

Die Umsetzung der Beschlüsse obliegt acht Fachministerien, den Legatorien. Sie werden von Legaten geführt, die von der Großen Synode ernannt werden.

  1. Legatorium der Gaben: Zuständig für Finanzen und die gemeinsame Kasse von Kirche und Staat. Steuern werden als „Gabe“ betrachtet.
  2. Legatorium der Wacht: Verantwortlich für Landesverteidigung, Grenzschutz und Außenpolitik.
  3. Legatorium der Entfaltung: Zuständig für Wirtschaft, Handel und wissenschaftliche Forschung.
  4. Legatorium des Ausgleichs: Das Ministerium für Justiz, innere Ordnung und Polizei. Hier ist auch die unabhängige Revisionsabteilung angesiedelt.
  5. Legatorium des Strebens: Verantwortlich für das Bildungswesen und Arbeitsmarktpolitik.
  6. Legatorium für Beistand: Zuständig für das Gesundheitswesen, Armenfürsorge und soziale Sicherung.
  7. Legatorium des Vorrats: Verwaltet Landwirtschaft, Forsten und Umweltschutz.
  8. Legatorium für Zugang: Zuständig für Infrastruktur, Bauwesen, Häfen und Seefahrt.

Die Geistliche Säule

Die religiöse Macht ist dezentral organisiert, um Machtmissbrauch vorzubeugen.

  • Die Hörenden: Sie leben isoliert in einem Hauptkloster im nördlichen Gebirge sowie rotierend im Hof der Stille. Sie empfangen die Impulse der Tiefe.
  • Die Suchenden: Ein Orden, der im Land umherreist, um begabte Kinder als Nachwuchs für Hörende und Suchende zu finden. Sie bilden die Schnittstelle zur Bevölkerung.
  • Rat der vier Wege: Das Verwaltungsgremium der Kirche, in dem auch Laienverbände und Ehrenamtliche sitzen.

Föderalismus

Zemdû ist föderal organisiert. Die Verwaltungseinheiten unterhalb der nationalen Ebene sind die Kammern.

  • Kleine Synoden: Dies sind die regionalen Parlamente der Kammern. Sie verwalten die lokale Infrastruktur.
  • Vikare: Die Exekutivbeamten auf Gemeindeebene. Ein Vikar wird vom Gemeindevorstand vorgeschlagen, muss aber zwingend vom Volk in einer direkten Wahl bestätigt werden.

Kontrollmechanismen

Um Tyrannei zu verhindern, verfügt die Symbathokratie über starke Kontrollinstrumente:

  • Das Universelle Misstrauensvotum: Das Volk kann jeden Amtsträger absetzen.
    Es beginnt mit einer Unterschriftensammlung. Die Hürden steigen bei wiederholten, gescheiterten Versuchen (10% -> 15% -> 20% der Wahlberechtigten).
    Bei Erfolg prüft die autonome Revisionsabteilung den Fall. Eine Absetzung erfolgt durch 2/3-Mehrheit des Volkes (bei weltlichen Ämtern) oder interne Verfahren (bei geistlichen Ämtern).
  • Finanzklammer: Es gibt keine Trennung von Kirchen- und Staatsvermögen. Beide Säulen müssen sich auf ein Budget einigen, was Kooperation erzwingt.
  • Rekrutierung: Der Zugang zu den elitären Zirkeln der Suchenden und Hörenden steht jedem Kind offen, unabhängig von der Herkunft, sofern eine Begabung vorliegt.