Zemdû ist ein insulares Reich auf Balvlaud. Es liegt vollständig auf der Insel Kolba und ist durch die umgebenden Gewässer, die Kolb’sche See, den Schwarzen Kanal und die Straße von Lezûm, in besonderer Weise vom übrigen Kontinent getrennt. Diese Insellage prägt Zemdûs Handel, Verteidigung, gesellschaftliche Stabilität und Außenwahrnehmung. Zemdû gilt als strategisch bedeutsam, wird außerhalb seiner Bündnisse jedoch häufig misstrauisch betrachtet und oft unterschätzt.
| Amtssprache | Thalani-Räisch |
| Hauptstadt | Yurutron |
| Bevölkerung | Schattenmenschen |
| Regierungsform | Symbathokratie |
| Staatsoberhaupt | de jure: die Tiefe de facto: die Große Synode |
| Landesfarben | Petrolblau, Dunkelgrün, Silber |
| Kabinette | Große Synode, Kleine Synode, Rat der vier Wege, |
| Instanzen | Die Sehenden, Die Höhrenden |
| Einwohnerzahl | 2.406.353 |
| Landesfläche | 139.329,43 km² |
| Gründung | keine Angabe |
| Verwaltungseinheit | Gemeinde/Stadt |

Geographie
Zemdûs Territorium umfasst die gesamte Insel Kolba. Der Norden ist deutlich gebirgig, mit einem Charakter, der eher an trockenere, raue Hoch- und Mittelgebirge erinnert als an dicht bewaldete Alpenlandschaften. Die südlichen zwei Drittel der Insel sind überwiegend flach bis sanft hügelig und erinnern an eine Parklandschaft. Kleinteilige Felder, unregelmäßige Parzellen, zahlreiche Wäldchen und offene Wiesenräume prägen das Bild.
Die Küsten sind im Norden stärker klippig und rau, während der Süden flacher ausläuft und durch Wiesen bis ans Meer, kleine Klippen und Kiesstrände gekennzeichnet ist. Große Häfen existieren außerhalb Lezûms, Sodentu und Militärhäfen nicht. Stattdessen finden sich entlang der Küsten viele Fischerdörfer mit kleinen Anlande- und Kleinhafenstrukturen.
Klima
Zemdû besitzt ein gemäßigtes Klima. Im Flachland liegen die Durchschnittstemperaturen überwiegend bei etwa 10–15 °C, während das Gebirge meist bei 0–5 °C liegt. In Gipfellagen können Durchschnittswerte selten auch unter 0 °C fallen. Die umgebenden Gewässer sind im Allgemeinen kühl. Die See um Kolba liegt häufig bei 5–10 °C, während die Straße von Lezûm im Süden und der Schwarze Kanal im Osten eher bei 10–15 °C liegen.
Bevölkerung und Gesellschaft
Zemdû wird fast ausschließlich von Schattenmenschen bewohnt. Andere Lebensformen sind im Landesinneren äußerst selten. Begegnungen mit Fremden konzentrieren sich vor allem auf die größeren Städte, insbesondere auf Lezûm, wo durch Handel und Seeverkehr vergleichsweise häufiger Gäste aus anderen Reichen anzutreffen sind. Außerhalb dieser Zentren ziehen Fremde spürbar Aufmerksamkeit auf sich, ohne dass daraus zwangsläufig offene Feindseligkeit entsteht.
Gesellschaftlich gilt Zemdû als vergleichsweise geschlossen und stabil. Unterschiede im Alltag ergeben sich stärker aus geographischen Bedingungen, etwa zwischen dem nördlichen Gebirge und dem südlichen Flachland, als aus stark auseinanderdriftenden regionalen Kulturen. In städtischen Bereichen dominieren eher bürgerlich-berufliche Strukturen, während im ländlichen Raum Familien- und Hausverbände eine größere Rolle spielen können.
Regierung
Zemdû wird durch eine synodale, geistlich geprägte indirekte Demokratie regiert, die Symbathokratie genannt wird. Das System verbindet religiöse Legitimation mit weltlicher Verwaltung und bündelt zentrale Entscheidungen in wenigen, klar definierten Gremien. Die Große Synode vereint Gesetzgebung und Staatsführung. Sie setzt die grundlegenden Linien der Politik, beschließt verbindliche Rahmenordnungen und entscheidet über Fragen von Reichweite wie Außenpolitik, Krieg und Frieden und die Ordnung des Landes. Die praktische Umsetzung dieser Beschlüsse erfolgt nicht durch die Synode selbst, sondern über die Stadt- /Gemeindevorstände- und vikar sowie die zuständigen Ämter vor Ort. Dadurch ist die Regierung nach innen handlungsfähig und stabil, während sie nach außen oft schwer durchschaubar erscheint.
Unterhalb dieser Spitze organisiert die Kleine Synode die überörtliche Verwaltung. Sie verwaltet eine Kammer, welche wiederum aus einem Zusammenschluss von mehreren Gemeinden oder Städten besteht. Die Kleine Synode übernimmt die Ausführund und koordination in den Kammern in Fragen der Infrastruktur, Versorgung, Abgabenverteilung und Ordnung. Auf lokaler Ebene tragen Stadt und Gemeindevorstände die alltägliche Verwaltung und entsenden Vertreter in die übergeordneten Strukturen.
Die geistliche Seite des Systems ist nicht als eigenständige Herrschaft organisiert, sondern als Legitimation und Auslegung. Im Zentrum steht die religiöse Vorstellung, die unter dem Namen der „Tiefe“ bekannt ist. Sie wird nicht als klar personifizierte Gottheit verstanden, sondern als jenseitiges Prinzip, das unter bestimmten Bedingungen wahrnehmbar werden kann. Einige wenige Personen oder Orte gelten als hörend. Das Gehörte wird unter den Hörenden beraten und an die Große Synode weitergegeben. Diese Deutungen geben Orientierung und setzen kulturell anerkannte Grenzen, ohne den Alltag unmittelbar zu dominieren oder politische Detailentscheidungen zu ersetzen. Gerade diese Mischung aus religiöser Leitplanke und weltlicher Ausführung prägt das Selbstverständnis Zemdûs.
Militär und Wehrdienst
Zemdû unterhält Berufstruppen und verfügt zugleich über ein mehrstufiges Pflichtsystem, das auf breite Grundbefähigung und maritimen Fokus ausgerichtet ist. Mit 13 Jahren absolvieren alle eine zweimonatige Grundzeit der Ordnung, gefolgt von verpflichtenden Dienstphasen im Jugendalter. Mit 15 Jahren ist grundsätzlich ein halbjähriger maritimer Dienst vorgesehen, ein Wechsel in den Landdienst ist möglich, jedoch nicht die gesellschaftlich naheliegendere Standardwahl. Mit 17 Jahren folgt eine anderthalb Jahre umfassende, selbst gewählte Dienstphase. Spätestens bis zum 23. Lebensjahr müssen die zwei Jahre Pflichtzeiten in Summe erfüllt sein, andernfalls greifen Sonderregelungen bis hin zur Einziehung oder formellen Ausnahmebeantragung.
Ergänzend existiert ein staatliches Register der Versorgung, das bei länger ausbleibendem Einkommensnachweis greifen kann. Dabei kann jede Person ab einem Alter von 23 Jahren eingezogen werden, die über einen Zeitraum von zwei Jahren ohne Begründung kein Einkommen nachweisen kann. Es dient offiziell der Absicherung und Ordnung, kann jedoch faktisch auch als Instrument zur Personalgewinnung wirken. Diesen Dienst zu verlassen geht nur durch komplizierte Anträge und die vorhergegangene Vorlage eines zu erwartenden Einkommens. Dabei muss nach verlassen der Wehrtruppe drei Jahre lang halbjährig das Einkommen nachgewiesen werden. Bestimmte Gruppen sind ausgenommen, etwa Personen in Ausbildung, Krankheit, Pflegeverpflichtungen oder Partner von Verdienenden mit Kinder- und Betreuungsaufgaben, diese Ausnahmen sind zugleich in der Regel vom Pflichtdienst befreit.
Verteidigung
Die Verteidigung Zemdûs stützt sich auf die natürliche Abschirmung durch das Meer, Küstenbefestigungen, Signalinfrastruktur, Patrouillen und eine nennenswerte Flotte. Zemdû ist insbesondere für seine großen und hochwertigen Werften bekannt. Im Norden dient der Wall von Koine als zentrale Festung und Rückzugspunkt, in ihm befindet sich zudem eine Stimmkammer, ein Ort, der als symbolisch bedeutsam gilt und in Krisenzeiten eine besondere Rolle in der Deutung und Selbstvergewisserung des Reiches einnehmen kann.
Wirtschaft
Zemdû ist wirtschaftlich stark auf Seefahrt, Küstenwirtschaft und Verarbeitung ausgerichtet. Zu den wichtigsten Exporten zählen Fisch, Salz, ausgewählte Pflanzenprodukte sowie Schiffe und Schiffbauleistungen. Holz wird trotz vorhandener Wälder kaum exportiert, da es im Inland breit als Baustoff genutzt wird und steinerne Bauweise vielerorts eine Ausnahme darstellt.
Ein prägender Import ist Teer für den Schiffsbau, der in Zemdû nicht in ausreichenden Mengen hergestellt wird. Teer ist damit ein strategischer Rohstoff, der große Handelsströme über Lezûm begünstigt und zugleich Raum für Schmuggel, Preismanipulation und politische Einflussnahme schafft.
Städte
Yurutron, die Hauptstadt, liegt eher nördlich und wirkt ruhig und streng, ohne dabei sozial erstarrt oder offen repressiv zu sein. Als Sitz zentraler Institutionen hat Yurutron einen deutlich administrativeren Charakter.
Lezûm ist die größte Stadt Zemdûs und zugleich die einzige echte Hafen- und Handelsstadt. Sie gilt als vergleichsweise frei, florierend und kulturell offener als das Landesinnere. Die wirtschaftliche Bedeutung Lezûms ist hoch, auch wenn die politische Führung nicht dort liegt.
Halduff ist stark landwirtschaftlich geprägt und zählt zu den wichtigen Versorgungszentren Kolbas.
Sodentu verbindet Landwirtschaft und Forstwirtschaft mit bedeutender Werft- und Schiffbauaktivität und bildet einen zentralen Produktionsstandort innerhalb der Inselwirtschaft.
Außenpolitik
Zemdû ist verbündet mit Denom und Batalla. Zu Holdingen, Gordhag, Unocchien und Sólido bestehen überwiegend neutrale Beziehungen. Das Verhältnis zu Paldor und Dalath gilt als angespannt.
Außerhalb seiner Bündnisse begegnet man Zemdû oft mit einer schwer greifbaren Abneigung, die aus geringer Bildung, kulturellem Unbehagen, punktueller Propaganda und der fremdartig wirkenden religiösen Ordnung gespeist wird. Für Verbündete hingegen ist Zemdû vor allem ein verlässlicher Partner, ein bedeutender Handelspartner und ein strategisch wertvoller Faktor durch seine Insellage.
